Amnis schafft es, sich die für eine Expansion nötigen Mittel zu beschaffen. Geldgeber ist auch Swisscom Ventures. Der neue Investor nimmt zudem Einsitz im Verwaltungsrat.
Es ist derzeit für Fintechs wie für die Startup-Szene generell nicht ganz einfach, zu frischen Mitteln zu kommen. Das belegen Berichte zum Wagniskapitalmarkt (z.B. hier oder hier). Allerdings gibt es auch in diesem Bereich immer wieder Erfolgsmeldungen.
Am Mittwoch hat das auf den internationalen Zahlungsverkehr von kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) spezialisierte Fintech Amnis Treasury Services bekanntgegeben, dass es im Rahmen einer Finanzierungsrunde insgesamt 10 Millionen Franken beschaffen konnte. Angeführt worden sei die Runde von Swisscom Ventures, aber auch bisherige Geldgeber wie Lansdowne Investment Company seien mit von der Partie gewesen. Zu den 8 Millionen Franken Eigenkapital kommen 2 Millionen Fremdkapital, die Lendity, ein Schweizer Growth-Capital-Investor, zur Verfügung stellt.
Verdoppelung des Zahlungsvolumens auf der Plattform
«Wir haben uns bewusst für eine Investorenstruktur entschieden, die unsere langfristige Strategie unterstützt», erläutert Michael Wüst, Mitgründer und CEO.
Die 2014 gegründete Amnis bietet eine internationale Banking-Plattform, die KMU unterstützt, global Zahlungen zu empfangen und zu senden. Das Fintech wirbt mit geringeren Transaktionskosten seiner Multiwährungslösung und der Automatisierung von Buchhaltungsprozessen und Team-Ausgaben. In den letzten zwölf Monaten habe sich das Zahlungsvolumen auf der Plattform mehr als verdoppelt, was insbesondere auf die starke Nachfrage nach der Debitkarte und den neuen Funktionen zur Spesenbearbeitung zurückzuführen gewesen sei.
Anpassungen im Verwaltungsrat
Mit der Finanzierungsrunde stärke Amnis seine Marktposition und könne die Expansion in neue Märkte vorantreiben.
Im Zuge der strategischen Weiterentwicklung kommt es auch zu Veränderungen im Verwaltungsrat. Das bisherige Verwaltungsratsmitglied Peter Gerlach übernimmt das Präsidium. Gerlach war früher langjähriger Leiter der Abteilung «Markets» bei der Bank Julius Bär. Zusätzlich verstärkt Semih Kaçan, Investment Director bei Swisscom Ventures, den Verwaltungsrat. Die beiden Mitgründer Robert Bloch und Philippe Christen treten aus dem Verwaltungsrat zurück, werden aber weiterhin als COO bzw. CFO für Amnis tätig sein.
Swisscom Ventures, der Venture-Capital-Zweig des Telecomkonzerns, betreut Anlagefonds über 650 Millionen Dollar, wobei ein Drittel der Gelder von Swisscom selber kommt. Investiert wird in Minderheitsbeteiligungen an Schweizer und internationalen Startups.