Der Präsident des SNB-Direktoriums Martin Schlegel schliesst auch unter US-Präsident Donald Trump Devisenmarktinterventionen als Instrument zur Erreichung der Stabilitätsziele nicht aus.
«Deviseninterventionen haben in der Vergangenheit funktioniert», sagte Martin Schlegel in einem Interview mit «Bloomberg» am Rande des WEF in Davos. «Wir sind bereit, sie – falls nötig – erneut einzusetzen.»
«Unser Auftrag ist die Preisstabilität in der Schweiz, und dafür verwenden wir den Zinssatz und den Wechselkurs», betonte Schlegel. «Unser Auftrag ist unsere Leitlinie, und das ist im Gesetz verankert.»
Manipulationsvorwürfe seitens der USA
Während der ersten Präsidentschaft von Donald Trump wurde der Schweizerischen Nationalbank (SNB) aufgrund der Interventionen von Seiten der USA der Vorwurf gemacht, die Wechselkurse zu manipulieren.
Auch Negativzinsen gehören weiter zum Werkzeugkasten der Notenbanker. «Wir schliessen niemals irgendeine Massnahme aus», sagte Schlegel. «Es ist auch klar, dass niemand in der Schweiz negative Zinssätze mag», so der Präsident. «Die Schweizerische Nationalbank mag keine Negativzinsen, aber wenn wir es tun müssen, werden wir es tun.»
Inflation innerhalb der Zielspanne
Anlass könnte ein Abrutschen in einen deflationären Bereich sein. Mit der jüngsten Entwicklung bei den Konsumentenpreisen fühle er sich «nicht unwohl», sagte er weiter. Mit aktuell 0,6 Prozent Inflation liege man in der Zielspanne, und auch die Projektion über den Vorhersagezeitraum hinweg liege zwischen 0 und 2 Prozent. Die Preisentwicklung habe auch beim grossen Zinsschritt mit einer Senkung um 50 Basispunkte auf aktuell 0,5 Prozent den Ausschlag gegeben.
Zum Euro und Dollar sei der Franken derzeit «angemessen» bewertet.