Auch Barclays pfeift Mitarbeiter zurück ins Büro

Immer mehr Unternehmen verschärfen ihre Home-Office-Regeln. Vor der kompletten Streichung schrecken aber immer noch viele zurück.

Jetzt will auch die britische Bank Barclays ihre Mitarbeitenden öfter im Büro sehen. Die Anforderungen an die Heimarbeit werden verschärft. Neu sollen die rund 85’000 Mitarbeitenden einen zusätzlichen Tag pro Woche ins Büro zu kommen. Das berichtet die «Financial Times» unter Berufung auf ein internes Memo an die Angestellten.

Die Mindestanwesenheit im Büro wird darin auf drei statt der zuvor geltenden zwei Tage angehoben. Von einigen Mitarbeitenden wird erwartet, dass sie mehr als das Minimum im Büro arbeiten. Die meisten Mitarbeiter mit Kundenkontakt, einschliesslich der Investmentbanker, waren bereits an fünf Tagen in der Woche anwesend, heisst es weiter.

Gleichgewicht finden

«Bei Barclays sind wir uns der Vorteile bewusst, die ein Gleichgewicht zwischen der Flexibilität der Kollegen und der Bedeutung der Zusammenarbeit an unseren Standorten mit sich bringt», wird eine Sprecherin der Bank zitiert. «Unsere Mindestanforderungen an die Arbeitszeit im Büro variieren je nach Art der Arbeit und den Bedürfnissen des Unternehmens.»

In den vergangenen Monaten hatten verschiedene Unternehmen die Möglichkeiten zu Home-Office eingeschränkt. Die US-Bank J.P. Morgan hatte Anfang Jahr alle Mitarbeitenden wieder an fünf Tagen pro Woche ins Büro beordert. Goldman-Sachs-Chef David Solomon hatte die Arbeit im Home-Office einmal als «eine Anomalie» bezeichnet.

Etabliertes Modell

In der Schweizer Finanzindustrie ist die Möglichkeit zum Arbeiten von zu Hause auch nach Ende der Covid-Pandemie zu einem etablierten Modell geworden. Zwar wird dabei zumeist eine Reihe von Funktionen ausgenommen und je höher die Position, desto höher auch die Präsenz-Erwartung, aber zwei bis drei Tage verpflichtete Anwesenheit pro Woche sind ansonsten in vielen Firmen der Standard.