Einmalige US-Busse für Schweizer Banken?
Die Schweizer Banken könnten mit einer einmaligen Zahlung ihr Fehlverhalten in den USA abgelten, sagt Bankierpräsident Patrick Odier.
Seit die USA im Februar vier Schweizer Kundenberater zur Verhaftung ausgeschrieben haben, befürchten viele Banken, dass sich der «Fall UBS» wiederholt.
Darum nun suchen die Banken und das Eidgenössische Finanzdepartement nach Wegen, um weitere US-Klagen zu verhindern, wie die «Handelszeitung» in ihrer neusten Ausgabe meldet.
Patrick Odier, Präsident der Schweizerischen Bankiervereinigung, schwebt dabei eine globale Lösung vor – und zwar möglichst noch dieses Jahr.
Pragmatische Lösung gesucht
Gemäss amerikanischem Rechtsverständnis müsse jemand bestraft werden, «wenn er etwas Falsches getan hat», so Odier. Wird die Schweiz das Fehlverhalten der Branche also mit einer einmaligen Busse abgelten?
Laut dem Präsidenten der Bankiervereinigung könnte es «in diese Richtung» gehen. Die USA hätten in der Vergangenheit immer wieder bewiesen, «dass sie an pragmatischen Lösungen interessiert sind», sagt Odier.
Gespräche laufen bereits
1998 kam es etwa zu einem aussergerichtlichen Vergleich mit den USA, als die Schweiz 1,2 Milliarden Dollar bezahlte, um den Konflikt um die nachrichtenlosen Vermögen endgültig zu beenden.
Laut gut informierten Kreisen, so die «Handelszeitung» weiter, würden zwischen der Schweiz und den USA bereits Gespräche laufen. Die Schweizer Behörden hätten mit den Banken, die im Visier der US-Behörde stünden, Kontakt aufgenommen.
Ambühl soll sondieren
Nächste Woche reist Staatssekretär Michael Ambühl nach Washington. Am Rande der IWF-Tagung soll er ausloten, wie das Thema Vergangenheit geregelt werden könnte, sagen Insider, während man in Bern das nicht kommentieren will.