Abgang von zwei Haudegen des Banking

Was für eine Koinzidenz: Fast am selben Tag wie Oswald Grübel bei der UBS zurücktrat, kündigte Morgan-Stanley-Präsident John Mack seinen Abschied in die Pension an.

Beide arbeiteten seit Mitte der 1960er-Jahre in der Bankindustrie. Ihre Karrieren sind verbunden durch ihr 18-monatiges, gemeinsames Interregnum bei der Credit Suisse, die sie 2003 und 2004 als Co-CEOs aus dem Sumpf führten.

Der Werdegang des heute 67-jährigen Oswald Grübel weist aber auch sonst erstaunliche Parallelen zum Werdegang des 66-jährigen John Mack auf, wie «Financial News» nachzeichnet.

Beide hinterlassen eine Baustelle

Beide sanierten nach ihrer Zeit bei der CS eine weitere Bank: Grübel die UBS, Mack Morgan Stanley. Insgesamt habe Grübel die grössere Performance für die Aktionäre erzielt. Doch sein wie Macks Vermächtnis präsentieren sich sehr durchzogen.

So teilen zwar beide laut «Financial News» das Geheimnis, wie man eine führende Investmentbank mit einer erstklassiger Fixed-Income-Abteilung aufbaut, ohne dabei die Existenz der ganzen Bank aufs Spiel zu setzen.

Hüst-und-Hott-Strategie

Doch keiner der beiden hat seiner Banken eine nachhaltige Strategie verpasst und zu neuem Erfolg geführt. Kritiker werfen Mack eine Hüst-und-Hott-Strategie im Börsenhandel vor.

Grübel muss sich dafür kritisieren lassen, den Handel nach dem 60-Milliarden-Verlust 2008 und 2009 nicht entschieden genug in Schranken gewiesen zu haben. Beide hinterlassen ihren Nachfolgern eine Baustelle.