Zwischen Latte Macchiato und Patek Philippe: Adriano Lucatelli, der nichts mehr fürchtet als Stillstand.
Im finews.privé geben interessante Persönlichkeiten aus der Finanzwirtschaft und darüber hinaus jeden Mittwoch Auskunft über ihre ganz persönlichen Vorlieben.
Was tun Sie morgens als Erstes?
Mein Morgen beginnt immer mit einer Dusche, um richtig wach und fit für den Tag zu sein. Danach folgt ein Latte Macchiato, das ist mein kleiner Moment der Ruhe, wo ich den Tag in Gedanken durchgehe.
Was ist das Beste an Ihrem Beruf?
Die Möglichkeit, etwas Sinnvolles zu schaffen und die Zukunft der Finanzdienstleistungen aktiv mitzugestalten.
Ein Moment, der Ihr Leben veränderte?
Die Gründung von Descartes. Es war ein Sprung ins Ungewisse, der mir aber gezeigt hat, wie wichtig es ist, seiner Intuition zu folgen und an seine Vision zu glauben.
Welche Autos besitzen Sie? Welches ist Ihr Liebstes?
Ich fahre zurzeit das Auto meiner Frau, einen Mercedes A-Klasse. Ich liebe Oldtimer aus England und Italien. Kein modernes Auto kann dieses Gefühl von Zeitlosigkeit und Eleganz ersetzen.
Welchen Rat würden Sie ihrem 20-jährigen Selbst geben?
Mach dir weniger Sorgen darüber, was andere denken. Geh deinen eigenen Weg, sei mutig und investiere früh – in deine Bildung, deine Visionen und deine Beziehungen.
Worauf sind Sie besonders stolz?
Die Schulden, die ich für mein Studium machen musste, habe ich nach Abschluss vollständig zurückbezahlt.
Was war Ihre grösste Niederlage?
Ein Projekt, in das ich viel Herzblut investiert habe, das aber an unterschiedlichen Visionen und Persönlichkeiten im Team gescheitert ist. Wir haben uns getrennt. Das war hart, aber ich habe daraus gelernt, wie wichtig gemeinsame Werte sind.
Was ist Ihr Lieblingswein?
Mein Lieblingswein ist der Martha’s Vineyard von Joe Heitz vom Napa Valley mit der unverkennbaren Minz- und Eukalyptusnote. Er erinnert mich an meine unbeschwerte Studi-Zeit in den USA.
Arbeiten Sie aktuell an einem Projekt?
Ein Startup zu managen ist per se ein laufendes Projekt. Jeden Tag arbeiten wir an neuen Herausforderungen – von der Weiterentwicklung unserer Produkte bis zur Skalierung.
Was ist Ihnen momentan am wichtigsten?
Eine gute Work-Life-Balance zwischen Beruf und Privatleben. Diese ist ein zentraler Bestandteil meines Lebens, und ich möchte dieser genügend Aufmerksamkeit schenken. Eine stete Herausforderung!
Was wäre die grösste Überraschung für jemanden, der Ihren Job einen Tag lang übernehmen müsste?
Flexibilität ist das A und O in meinem Job. Zuhören, Fragen stellen und dann rasch die richtigen Entscheidungen zu treffen, dies ist eine ständige Herausforderung.
Welches ist Ihr persönlicher Antrieb?
Der Wunsch, etwas Bleibendes zu schaffen. Ich möchte, dass meine Arbeit nicht nur kurzfristig wirkt, sondern einen nachhaltigen Einfluss hat.
Wovor fürchten Sie sich?
Vor Stillstand. Nichts Neues zu lernen oder keine Herausforderungen mehr zu haben, wäre für mich die grösste Sorge.
Ihre Lieblingsuhrenmarke?
Meine Patek Philippe Calatrava von 1945. Sie verkörpert Zeitlosigkeit und Beständigkeit – ein schöner Gegenpol zur digitalen Welt. Eine Apple Watch wäre mir da zu trendy.
Was schätzen Ihre Mitarbeitenden am meisten an Ihnen?
Das ist schwer zu beantworten – man hat ja immer das Gefühl, der beste Chef zu sein. Ich denke, sie schätzen meine Zugänglichkeit, meine offene Art und meinen Pragmatismus.
Ihr bestes Investment?
Xerox in den 90er-Jahren. Die Aktie hat sich in einem Jahr verdoppelt. Das war eigentlich nur Zufall und Glück.
Adriano Lucatelli ist Gründer von Descartes Finances. Er besetzte in seiner Karrierelaufbahn verschiedene Führungspositionen bei der Credit Suisse, war tätig bei der UBS und dozierte zudem International Finance an der Universität Zürich.