Devisen: USA helfen Japan und sich selbst
Analysten zufolge unterstreicht der Schritt die Entschlossenheit beider Länder, weltweite Auswirkungen eines Ausverkaufs des Yens und japanischer Staatsanleihen zu verhindern. Dies hätte u.a. den Aufwärtsdruck auf die ohnehin steigenden Renditen von US-Staatsanleihen verstärken können.
Das japanische Finanzministerium (Ministry of Finance, MoF) teilte am Montag mit, dass es am vergangenen Freitag bereits ein koordiniertes Vorgehen gegeben habe, und signalisierte die Bereitschaft zu weiteren Schritten.
Aktion des Ministry of Finance und des US Treasury
US-Präsident Donald Trump bestätigte bereits am Sonntag die Hilfe für die japanische Währung und bezeichnete dies als Zeichen der Freundschaft. «Der Yen schwächt sich ab, und sie wollten ein wenig Hilfe. Und wir sind immer für Japan da», sagte Trump auf die Nachfrage eines Reporters an Bord der Air Force One. Zudem sei das Vorgehen gut für die Weltwirtschaft, und die USA zögen einen finanziellen Nutzen aus der Vereinbarung, erklärte er weiter.
Finanzminister Scott Bessent erklärte auf der Plattform X, beide Seiten wollten den «unkontrollierten Kursschwankungen des Yens» entgegenwirken: «Wir werden nicht zögern, uns an weiteren gemeinsamen Interventionen zu beteiligen.» Das von Bessent geleitete Treasury war auf der amerikanischen Seite für die Aktion verantwortlich.
Nach diesen Erklärungen stieg der Yen am Montagmorgen zeitweise um mehr als 3 Prozent auf 155,31 Yen zum Dollar. Vor dem Eingriff Ende der vergangenen Woche, bei dem schätzungsweise Yen im Wert von 59 Milliarden Dollar gekauft wurden, lag ein Dollar noch bei fast 164 Yen.
Historischer Eingriff
Es handelt sich um die erste gemeinsame Intervention der beiden Länder seit 2011. Damals hatten sie nach dem Erdbeben in Ostjapan eingegriffen.
Japan kämpft schon lange gegen die Abwertung seiner Währung, welche die Importpreise in die Höhe treibt und die Inflation anheizt. Daten der Bank of Japan (BoJ) deuten darauf hin, dass die Notenbank am Donnerstag im Alleingang Dollar im Wert von knapp 59 Milliarden verkauft hat, um die eigene Währung zu stützen.
Junges Instrument
Nun hat Japan zusätzlich die sogenannte FIMA-Repo-Fazilität der US-Notenbank Fed genutzt. Diese verschafft ausländischen Zentralbanken und Währungsbehörden schnellen Zugang zu Dollar-Liquidität, ohne dass sie ihre US-Staatsanleihen am Markt verkaufen müssen.
Die Fazilität wurde im März 2020 während der Corona-Krise eingeführt und im Juli 2021 dauerhaft eingerichtet. Aktuell ermöglicht das Instrument den Notenbanken, kurzfristige Dollar-Kredite von bis zu 60 Milliarden Dollar zu erhalten. Zum Vergleich: Japan ist mit den aktuellen Beständen von 1,14 Billionen Dollar der grösste ausländische Gläubiger der USA.













